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AFI FLAT.DUO, Plattenbügler/Relaxer

Die AFI (Audio Fidelity Improvement) und das HiFi-Studio Wittmann präsentieren den FLAT.DUO – eine hochpräzise Lösung für anspruchsvolle Vinyl-Liebhaber, Sammler und professionelle Anwender, die Wert auf präzises Bügeln von Schallplatten sowie kontrolliertes Tempern beziehungsweise „Relaxen“ legen. Dabei verbindet das Gerät höchste Prozesssicherheit mit individuell einstellbaren Parametern für Temperatur und Haltezeit. Wie alle Geräte von AFI folgt auch der FLAT.DUO einem klaren Prinzip: Wärme stabil führen, gleichmäßig verteilen und Tonträger materialschonend behandeln – für reproduzierbare Ergebnisse auf konstant hohem Niveau.

EPP-Gehäuse für konstante Temperaturführung
Das hochisolierende Gehäuse aus expandiertem Polypropylen (EPP) bildet die Grundlage für die außergewöhnlich stabile Wärmeführung des FLAT.DUO. Der recyclingfähige Werkstoff besteht zu rund 92 % aus Luft und isoliert deutlich effektiver als klassische Metallgehäuse. Dadurch bleibt die Wärme präzise im System, Temperaturverluste werden minimiert und die gesamte Schallplattenoberfläche gleichmäßig erwärmt. Gleichzeitig reduziert sich der Stromverbrauch auf lediglich 25 Watt. Im stationären Betrieb liegt die Temperaturabweichung bei nur ±0,15 °C – ein entscheidender Faktor für reproduzierbare Ergebnisse und maximale Schonung der Schallplatte.

Zwei Schallplatten gleichzeitig bearbeiten
Der FLAT.DUO ermöglicht das gleichzeitige Bearbeiten von zwei Schallplatten in nur einem Arbeitsgang. Möglich wird dies durch das patentierte Huckepack-Verfahren, bei dem zwei Vinyl- oder Schellackplatten übereinander positioniert und gleichmäßig erwärmt werden. Das speziell entwickelte Heiz-Press-Modul verteilt Wärme und Druck kontrolliert über beide Tonträger hinweg. Ein definierter Anpressdruck über den Drehmoment-Rändelgriff sorgt zusätzlich dafür, dass die Platten exakt plan aufliegen. Das Ergebnis ist eine besonders effiziente und zugleich präzise Bearbeitung in nur einem zeitsparenden Durchgang.

Tempern und „Relaxen“ für hörbar intensivere Musikalität
Neben dem klassischen Begradigen von Schallplatten bietet der FLAT.DUO eine spezielle Temper- beziehungsweise Relax-Funktion. Dabei wird das Vinyl langsam und kontrolliert bis zur definierten Plateautemperatur erwärmt. Diese Temperatur wird über einen längeren Zeitraum äußerst konstant gehalten, bevor die Schallplatte anschließend gleichmäßig und kontrolliert abkühlt. Der gesamte Prozess dauert dabei bis zu vier Stunden. Durch diese präzise geführte Temperaturkurve werden innere Materialspannungen gezielt reduziert, die beim Pressvorgang der Schallplatte entstehen können. Das Ergebnis ist nicht nur eine stabilere Rillenstruktur, sondern häufig auch eine hörbar gesteigerte Klangqualität mit intensiverer, ausdrucksstärkerer und feinsinnigerer Musikwiedergabe. Gleichzeitig wirkt die Wiedergabe oft ruhiger und homogener, da in vielen Fällen auch Nebengeräusche und Rillengeräusche reduziert werden.

Präzise Regelung statt einfacher Erwärmung
Entscheidend für hochwertige Ergebnisse beim Tempern ist nicht allein die Zieltemperatur, sondern die kontrollierte Führung des gesamten Prozesses. Genau hier zeigt der FLAT.DUO seine Stärke: Gehäusekonstruktion, Heiz-Press-Modul und intelligente Regelungstechnik arbeiten präzise zusammen, damit die Temperatur über die gesamte Schallplattenfläche konstant und reproduzierbar bleibt. Dadurch werden lokale Überhitzungen, Hotspots oder Wärmesenken zuverlässig vermieden – insbesondere im sensiblen Randbereich der Schallplatte. Genau diese homogene Temperaturführung bildet die Grundlage für materialschonende Prozesse und dauerhaft reproduzierbare Ergebnisse.

Individuell anpassbar für unterschiedliche Anforderungen
Temperatur, Haltezeit und Kühlverhalten lassen sich flexibel an die jeweilige Schallplatte anpassen. Der integrierte Lüfter kann in drei Stufen geregelt oder vollständig deaktiviert werden. Dadurch kann der Anwender selbst entscheiden, ob maximale Geschwindigkeit oder maximale Materialschonung im Vordergrund steht. Auch im lüfterlosen Betrieb bleibt die Temperaturführung dank des hochisolierenden EPP-Gehäuses besonders stabil und gleichmäßig.

Spezialprogramm für Schellackplatten
Der FLAT.DUO verfügt über ein speziell abgestimmtes Programm zum materialschonenden Begradigen von Schellackplatten. Die präzise Temperaturführung berücksichtigt die besonderen Eigenschaften historischer Tonträger und ermöglicht eine kontrollierte, sichere Behandlung empfindlicher Schellackplatten. Damit eignet sich der FLAT.DUO auch ideal für Sammler historischer Aufnahmen und anspruchsvolle Archivierungsaufgaben.

Made in Germany – entwickelt für dauerhafte Präzision
Wie alle AFI-Geräte wird auch der FLAT.DUO in Deutschland von Hand gefertigt. Hochwertige Materialien, präzise Verarbeitung und klar definierte Prozessabläufe sorgen dafür, dass das Gerät auch bei häufigem Einsatz dauerhaft konstante Ergebnisse liefert. Seine robuste Konstruktion und die präzise Regelungstechnik machen den FLAT.DUO zu einer langfristigen Lösung für ambitionierte Vinyl-Sammler, Archive und professionelle Anwender.

Technische Daten
Gehäuse: Hochisolierender, recyclingfähiger EPP-Korpus (92 % Luftanteil)
Kapazität: Zwei Vinyl- oder Schellackplatten gleichzeitig (7", 10", 12“)
Heiz-Press-Modul: AFI-Spezialkonstruktion für homogene Wärmeverteilung
Temperaturregelung: Profilgeführte AFI-Regelung mit ±0,15 °C Abweichung
Temperatureinstellung: Variabel von 48 °C bis 60 °C
Behandlungszeit: Ca. 1,75 h für ein oder zwei Platten mit Lüfter
Temper-/Relax-Funktion: Bis ca. 4 h kontrollierter Prozess
Druckmechanik: Drehmoment-Rändelgriff für definierten Anpressdruck
Lüfter: Dreistufig regelbar oder deaktivierbar
Abkühlung: Kontrolliert und materialschonend
Leistungsaufnahme: 25 W
Patente: Energieeffiziente Bauweise · homogene Wärmeverteilung · prozessstabile Temperaturführung
Abmessungen: 36 × 45,5 × 11 cm
Gewicht: 2,8 kg

Unser Tipp für audiophile Hörer
Wir empfehlen für maximale Materialschonung und bestmöglichen Klang grundsätzlich Programme und Einstellungen ohne Lüfterbetrieb. Gerade bei neueren Schallplatten genügt in vielen Fällen bereits das Temper- beziehungsweise Relax-Programm allein, um eine perfekte Begradigung zu erzielen. In schwierigeren Fällen empfehlen wir, die Prozesszeit über eine längere Haltedauer zu erhöhen, anstatt mit höheren Temperaturen zu arbeiten. Dadurch bleibt das Material besonders schonend behandelt und die langfristige Stabilität der Schallplatte optimal erhalten.


Testberichte

Der auch in audiophilen Kreisen recht bekannte Pianist Martin Vatter teilte uns seine Eindrücke mit, nachdem er den Klangunterschied seiner neuen, audiophilen LP "Homeland" zwischen einer getemperten und einer ungetemperten Version im direkten A/B-Vergleich auf seiner eigenen Musikanlage erleben konnte. Er schreibt uns:
„Meine Meinung zum „Klangverbesserer“ AFI FLAT.DUO:  Die Laufgeräusche sowie statisches Knacken sind fast gänzlich verschwunden. Die Platte ist perfekt plan und läuft extrem ruhig. Meine Klaviermusik hat deutlich mehr Klarheit und Transparenz, als wurde ein seidener Vorhang hochgezogen. Das Klangbild besticht durch mehr Frische und mehr Brillanz. Die gesamte musikalische Darbietung ist intensiver, ausdrucksstarker und feinsinniger. Insgesamt wird mein musikalischer Ausdruck und meine musikalische Interpretation dadurch spürbarer.... Was will man mehr als Künstler und als Audiophiler! Ich bin wirklich sehr begeistert vom „Klangverbesserer“ AFI FLAT.DUO!“

Marius Dittert schreibt im Stereoplay 3/2024 über den AFI FLAT.DUO:
„Das mehrfach angesprochene Tempern/ Relaxen ist übrigens alles andere als Voodoo. Es gibt schließlich auch Tempered-glas, also Glas, das einer Wärmebehandlung unterzogen wurde und somit deutlich stoß- und schlagfester ist als gewöhnliches Flachglas. Im AFI-Gerät werden folglich Schallplatten nicht nur begradigt, sondern Verspannungen aus dem Vinyl entfernt – und gleichzeitig genau die Oberfläche gehärtet, in der die winzigen Abstaststifte ihren fast unmöglichen Job erledigen müssen. Und das erleichtert ihnen hörbar ihre Arbeit. Weil der Rezensent es zunächst nicht glauben wollte, ließ er sich von AFI zwei identische LPs mit nach Hause geben: Enzo Pietropaolis Quartett (yatra vol. 2, Jando Music) klang direkt abgehört über den Kopfhörerausgang der MoFi Ultra-Phono in der getemperten Ausgabe eindeutig stimmiger, lockerer und plastischer. Das waren keine Welten, aber wichtige Nuancen, die nicht zu überhören waren und die auf einer hochauflösenden, großen HiFi-Kette erst recht zum Tragen kamen. Nach der AFI-Kur bleibt man beim Hören schlicht länger dran, was immer ein gutes Zeichen für echten Klanggewinn ist.
FAZIT: AFI ist das Kunststück gelungen, ihren Plattenbügler preisgünstiger, effizienter und umweltfreundlicher zu machen. Das sind tolle Neuigkeiten für Audiophile, aber sicher auch für Schallplattenhändler, die bislang Preziosen, die verwellt ihr Dasein fristeten, deutlich unter Wert verkaufen mussten. Jetzt gibt es dafür einen „Bügler“, der zwar nicht billig, aber seinen Preis mehr als wert ist.

Holger Barske schreibt im LP Magazin 3/24 in seinem Fazit:
„Das Bügeln mit dem FLAT.DUO funktioniert ausgezeichnet und das „Relaxen“ von Schallplatten ist in vielen Fällen gut hörbar, womit sich das Gerät eine Empfehlung klar verdient hat.“

Andreas Wenderoth schreibt im Image HiFi 3/2024:
"Ich stelle fest, dass ich die Luft anhalte. „Oh Freunde", stimmt der Tenor an und ich und die AFI FLAT.DUO sind es bereits geworden. Ich habe mit dem Gerät Dutzende von Platten getempert, einige auch explizit, aber ohne Ventilator, gebügelt (immer hat der Bügeleffekt durchs Tempern völlig ausgereicht) - alle, wirklich alle, haben davon profitiert, unterschiedlich stark, aber jede auf ihre Weise. Das neue Motto lautet: Ab jetzt können wir uns unsere audiophilen Platten selbst machen! Wer analog hört, und russisches Roulette vermeiden möchte, indem er seine verwellten Platten im Küchenherd brutzelt (und dabei eben leider nicht tempert!), kommt an diesem wohl konkurrenzlosen Gerät kaum vorbei. In Abwandlung eines Zitats von Loriot, der es freilich auf seinen Mops gemünzt hatte, könnte man sagen: „Ein Leben ohne Tempern ist möglich, aber sinnlos.""

Bernhard Rietschel schreibt im Mint Magazin Mai 2024:
"Obwohl diese Spannungen nicht immer zu Deformationen führen, scheinen sie doch das akustische Eigenleben der Platte zu beeinflussen. Unsere Hörtests – auch Vergleiche mit identischen, doppelt vorhandenen Pressungen – ergeben klareren, strukturreicheren Klang bei der „relaxten“ Platte. Der Klanggewinn mit versus ohne Welle kann je nach Ausprägung zwar noch deutlicher ausfallen. Aber dafür gibt es viel mehr Platten, die vom Relaxen profitieren können – nämlich schlicht alle, mit Ausnahme von Picture Discs und laut Hand- buch goldenem Vinyl. Hat man sich jedenfalls einmal daran gewöhnt, dass man Wellen – zumindest die meisten – wegbügeln kann, möchte man den Flat.Duo nicht mehr missen. Dann stellt sich das einzige Problem: Wer soll die 2.000 Euro für das Gerät bezahlen? Am besten, mehrere Plattenfans legen zusammen – und stellen gleich noch eine kommunale Waschmaschine daneben. Wir sehen schon private Wasch- und Bügelzentren für Vinyl entstehen ..."

Frank Hakopians schreibt im Mai 2025 auf fairaudio.de unter anderem:
"....Wirklich gespannt war ich darauf, wie sich das, was sich nach einem Wellness-Programm für Vinylscheiben anhört, akustisch auswirkt. „Relax“ steht auf dem Display: Der AFI Flat.Duo heizt die zur Entspannung anstehende LP auf 52°C und beginnt nach etwa 75 Minuten langsam abzukühlen. Der Signalton, der mit dem Erreichen der Umgebungstemperatur das Ende des jeweiligen Programms verkündet, erklingt nach geduldig ertragenen160 Minuten, wobei beachtet werden sollte, dass sich alle Zeiten abhängig von der Umgebungstemperatur und der Beschickung mit einer oder zwei Schallplatten (Stichwort System-Wärmekapazität) ändern können. David Roth Will you come homeDavid Roths Will you come home, als Doppelalbum beim Stockfisch-Label erschienen, darf als erstes die „Wellness-Oase“ des Flat.Duo ausprobieren. Anders als auf Pearl Diver, Roths Debütalbum bei Stockfisch, erschien mir das Klangbild hier stets etwas nervöser, die Stimme des Songwriters leicht nasal und gepresst – kurzum, es wird weniger Hörspaß geboten und deshalb liegen die Scheiben auch nur selten auf meinem Plattenteller. Zunächst lausche ich den unbehandelten Platten, dann tempere ich die eine LP des Doppelalbums und vergleiche sie danach mit dem im „nicht relaxierten Zustand“ verbliebenen Exemplar. Anschließend wird auch dies getempert und erneut abgehört. Das Ergebnis fällt weit weniger subtil aus, als ich erwartet habe. Roths Stimme erklingt nach dem Durchlaufen des Temper-Programms tatsächlich entspannter – so blöd sich das jetzt anhört – und hat sogar das fiese Näseln abgelegt. Auch scheint mir die Gitarre voller und sonorer zu tönen. Es wirkt, als habe ihm jemand ein besseres Instrument gereicht. Dann zur anderen, noch nicht getemperten Scheibe gewechselt – da ist er wieder, der leicht nervig und etwas hohl klingende Tonfall des Sängers. Schnell LP Nummer zwei getempert, und erneut stellen sich nach Abschluss der Behandlung die beschriebenen positiven Effekte ein.
Nach dieser vielversprechenden Erfahrung habe ich weitere Scheiben getempert. Darunter die Eva Cassidy Compilation Songbird, Jeff Buckleys posthumes You and I und die Sherazade von Rimsky-Korsakoff aus dem Acousence-Label. Unterm Strich haben alle vom Tempern profitiert. Stets entfaltet sich der Klang der „relaxten“ Scheiben organischer und vor allem Stimmen gewinnen an Sonorität und Vollmundigkeit. Wer handfeste tonale Verschiebungen erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein, denn die unbestreitbaren klanglichen Zugewinne sind eher feinsinniger Natur. Doch ist man ihnen erst auf der Spur, wird der Sog der Musik noch intensiver und packender erlebt als zuvor. Selbst bislang wenig geliebten Longplayern lauscht man nach der „Entspannungskur“ mit Vergnügen bis in die Auslaufrille. Keine Einschränkungen? Okay, die Intensität des Beschriebenen variiert. Ist die Wirkung des Temperns das eine Mal leicht hörbar, kann sie ein anderes Mal durchaus etwas dezenter ausfallen. Damit lässt sich leben."

Dirk Sommer schreibt über den FLAT.DUO im Juli 2025 in HiFi Statement folgendes:
Der Audio Fidelity Improvement FLAT.DUO hat sich bei einer der am schwierigsten zu korrigierenden Verwellungen bewährt. Für mich noch viel wichtiger ist aber, dass er mit seinem Relax-Programm auch völlig plane Platten deutlich besser klingen lässt und sich mit einer Anwendung gleich zwei LPs optimieren lassen. Erfreulich auch, dass er mit wenig Energie auskommt und nur einen schmalen ökologischen Fußabdruck hinterlässt: Der FLAT.DUO hat alle Argumente auf seiner Seite!


The guys who discovered record tempering

Audio Fidelity Improvement & das HiFi-Studio Wittmann, die Entdecker der Klangverbesserung von Vinylschallplatten mittels thermischer Entspannung, auch bekannt als Tempern.

Der Plattenbügler
Die Idee und das technische Know-how für den Plattenbügler stammen von Dr. Ullrich Kathe – einem leidenschaftlichen Hifi-Fan, Analogliebhaber und langjährigen Kunden des HiFi-Studios Wittmann. Eines Tages brachte Ulli Kathe seine Vision eines Plattenbüglers ins Studio, motiviert durch das Wissen, dass wellige Schallplatten die essentiellen Einstellungen eines hochwertigen Tonabnehmers, wie die waagrechte Ausrichtung des Plattentellers, Auflagekraft, VTA, Azimut und Antiskating, direkt beeinflussen. Je nach Wellenposition taucht die Nadel unterschiedlich tief ein, was die zuvor sorgfältig eingestellten Parameter während der Abtastung verändert. Oliver Wittmann, der Inhaber des Studios, war sofort von der Idee begeistert. Er bot an, sich um Marketing und Verkauf zu kümmern sowie die klangliche Evaluierung der Bügelprozesse zu übernehmen. Das war der Beginn des gemeinsamen Projekts: 'Der Plattenbügler', Made in Germany.

Die Entwicklung
In den zwei Jahren der Entwicklungszeit wurde mit Leidenschaft experimentiert, getüftelt und gebügelt. Unzählige Testschallplatten durchliefen Prozesse mit unterschiedlichsten Temperaturen sowie variierenden Aufwärm-, Halte- und Abkühlzeiten. Oliver Wittmann überprüfte regelmäßig die Bügelergebnisse klanglich auf seiner Referenzanlage. Es war von zentraler Bedeutung, nicht nur eine perfekt ebene Schallplatte zu erzielen, sondern auch zu gewährleisten, dass die Klangqualität unvermindert blieb. In diesem Forschungsprozess ereignete sich der entscheidende „Aha“-Moment: 'Warte mal, das klingt ja besser als vorher!' So entstand die innovative Idee, Vinylschallplatten zu tempern. Ein weiteres Jahr der Entwicklungsarbeit widmete sich der Ermittlung der optimalen Temperaturverläufe und Haltezeiten. Das Ziel: das bestmögliche Tempern von Vinyl-Schallplatten und somit eine maximale klangliche Verbesserung zu erreichen.

Der Start 2016
Im Jahr 2016 war es endlich soweit: Der weltweit erste Plattenbügler, der AFI flat mit einem speziellen Temper-/Relaxprogramm zur Klangverbesserung von Vinylschallplatten kam auf den Markt.

Was ist Tempern?
Tempern, eine Form der Wärmebehandlung, wird bereits seit Langem in der Industrie angewendet. Schon in der Antike waren die Grundprinzipien des Temperns, insbesondere bei der Verarbeitung von Metallen, bekannt. Die systematische Anwendung dieser Techniken in der modernen Industrie begann jedoch erst mit der industriellen Revolution im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Beispielsweise war das Tempern von Stahl ein entscheidender Schritt in der Herstellung hochwertiger Werkzeuge und Bauteile. Die industrielle Anwendung des Temperns bei Materialien wie Glas und Kunststoffen startete im 20. Jahrhundert, begünstigt durch verbesserte chemische und physikalische Erkenntnisse und neue Herstellungsmethoden.

Warum sollte man eine Schallplatte tempern?
Schallplatten werden bei etwa 150 Grad Celsius gepresst, wobei der Pressvorgang circa 30 Sekunden dauert. Nach einer kurzen Abkühlphase, in der die Matrizen mit Wasser gekühlt werden, wird die Schallplatte entnommen und zur weiteren Abkühlung auf einer Spindel gestapelt, beschwert mit Metallplatten. Durch die ungleichmäßige und schnelle Abkühlung – außen viel schneller als innen – sowie die Zähigkeit des Materials haben die langen Molekülketten von PVC und Polyvinylacetat wenig Chancen, sich entspannt auszurichten. Diese Fertigungsweise führt zu Materialverspannungen, die im Material „eingefroren“ werden und hörbar sind.

Was passiert beim Tempern?
Beim Tempern wird die Vinyl-Schallplatte langsam und gleichmäßig bis zur Plateautemperatur erwärmt, auf dieser Temperatur eine Zeit lang gehalten und dann sehr langsam und kontrolliert abgekühlt – ein Prozess, der bis zu vier Stunden dauern kann. Dabei ist das langsame und gleichmäßige Abkühlen wichtiger als das Aufheizen. So können sich die Moleküle stressfrei und natürlich ausrichten. Dieser Prozess verringert die Verspannungen deutlich und macht dadurch das Material härter, robuster und homogener.


Testberichte:

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Mint Magazin






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