AFI
flat.2
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AFI flat.2, Plattenbügler/Relaxer
Der AFI flat.2 markiert die Spitze der AFI-Familie und wurde für anspruchsvolle Vinyl- und Schellackliebhaber entwickelt, die höchste Präzision bei der thermischen Behandlung analoger Tonträger erwarten. Er vereint das schonende Bügeln welliger Schallplatten mit einem außergewöhnlich präzisen Tempern beziehungsweise „Relaxen“ und setzt die technischen AFI-Prinzipien kompromissloser um als jedes andere Modell der Serie.
Neben seiner außergewöhnlichen technischen Konzeption begeistert der flat.2 jedoch auch optisch und haptisch: Das ikonische Gehäuse aus Glas verleiht dem Gerät eine ebenso elegante wie zeitlose Erscheinung. Die transparente Architektur macht die besondere Konstruktion sichtbar und unterstreicht den präzisionsorientierten Charakter des flat.2 auf eindrucksvolle Weise. Gleichzeitig vermittelt die massive Glas-/Metallkonstruktion eine außergewöhnlich hochwertige Haptik, die den kompromisslosen Anspruch des Geräts bereits beim ersten Kontakt spürbar macht. Der flat.2 ist damit nicht nur ein hochentwickeltes Werkzeug zur thermischen Behandlung von Vinyl und Schellack, sondern zugleich ein außergewöhnlich ästhetisches High-End-Gerät.
Float-Glasscheiben für maximale Homogenität
Im Zentrum des flat.2 stehen doppellagige, gehärtete Float-Glasscheiben, die gemeinsam mit der hochpräzisen PID-Regelung für eine außergewöhnlich gleichmäßige Wärmeverteilung sorgen. Die thermische Energie wird über die gesamte Oberfläche hinweg äußerst homogen geführt, wodurch lokale Wärmeüberhöhungen („Hotspots“) ebenso vermieden werden wie unerwünschte Wärmesenken. In Verbindung mit den aktiv geregelten Heizfolien entsteht so eine besonders präzise und stabile Wärmeführung, die Vinyl- und Schellackplatten äußerst gleichmäßig und materialschonend behandelt.
Hochpräzise PID-Regelung ohne Temperaturschwankungen
Die doppellagige thermische Architektur des flat.2 arbeitet mit zwei separat angesteuerten Heizfolien in Boden und Deckel, die von einer aufwändigen PID-Regelung überwacht werden. Diese hält definierte Temperaturprofile mit außergewöhnlicher Genauigkeit ein und erreicht im stationären Betrieb eine minimale Abweichung von lediglich ±0,06 °C. Das Ergebnis ist eine außergewöhnlich stabile und reproduzierbare Prozessführung – unabhängig von Umgebungstemperatur, Plattenmaterial oder Nutzungsdauer.
Tempern und „Relaxen“ auf Referenzniveau
Neben dem klassischen Bügeln ermöglicht der flat.2 ein außergewöhnlich präzises Tempern beziehungsweise „Relaxen“ von Vinylschallplatten. Entscheidend dafür ist die aufwändige thermische Architektur des Geräts: Zwei separat geregelte Heizfolien in Deckel und Boden, mehrere Messpunkte sowie die hochpräzise PID-Regelung ermöglichen eine äußerst exakte und stabile Wärmeführung über den gesamten Prozess hinweg – vom langsamen Erwärmen über die definierte Haltephase bis hin zur aktiv gesteuerten Abkühlung. Temperaturverläufe lassen sich dadurch besonders konstant und reproduzierbar einhalten. Dieser Prozess kann – abhängig vom Material und dem gewünschten Ergebnis – bis zu vier Stunden dauern. Durch die präzise Steuerung sämtlicher Phasen können sich die Molekülstrukturen des Vinyls gemäß ihrer natürlichen Ordnung neu ausrichten und innere Spannungen gezielt reduziert werden. Das Resultat ist eine hörbar ruhigere, homogenere und entspanntere Wiedergabe mit stabilerer Rillenstruktur, reduzierten Nebengeräuschen und gesteigerter klanglicher Feinzeichnung.
Lüfterlose Konstruktion für maximale Prozesskontrolle
Der flat.2 arbeitet vollständig lüfterlos. Entscheidend für seine außergewöhnliche Prozessstabilität ist jedoch vor allem die aktive und hochpräzise Steuerung der beiden Heizfolien über sämtliche Phasen des thermischen Zyklus hinweg. Mehrere Messpunkte sowie die aufwändige PID-Regelung sorgen dafür, dass Temperaturverläufe jederzeit äußerst präzise eingehalten werden. Dadurch entsteht eine außergewöhnlich gleichmäßige und materialschonende Wärmeführung, die wesentlich zur hohen Reproduzierbarkeit und den klanglichen Ergebnissen des flat.2 beiträgt.
Expert-Menü für maximale Kontrolle
Der flat.2 verfügt zusätzlich über ein Expert-Menü, das erfahrenen Anwendern Zugriff auf die relevanten Prozessparameter wie Temperatur und Haltezeit ermöglicht. Dadurch lässt sich das Gerät äußerst präzise konfigurieren und reproduzierbar an persönliche Anforderungen oder spezielle Tonträger anpassen. Der flat.2 verbindet damit höchste Automatisierung mit maximaler Kontrolle für ambitionierte Analogliebhaber und professionelle Anwender.
Handgefertigte Präzision „Made in Germany“
Wie alle AFI-Geräte wird auch der flat.2 vollständig in Deutschland gefertigt. Die Konstruktion kombiniert hochwertige Materialien, präzise Fertigungsabläufe und sorgfältige Handarbeit. Jede einzelne Einheit wird geprüft und kalibriert, um sicherzustellen, dass die thermische Performance exakt den hohen AFI-Vorgaben entspricht.
Technische Daten
Heizflächen: Doppellagige, gehärtete Float-Glasscheiben
Temperaturregelung: Hochpräzise PID-Regelung, Abweichung ±0,06 °C
Expert-Modus: Individuell konfigurierbare Temperatur- und Halteparameter
Temperatureinstellung: Variabel von 48 °C bis 60 °C
Leistungsaufnahme: max. 90 VA
Funktionen: Bügeln & Tempern/Relaxen
Kapazität: Eine Vinyl- oder Schellackplatte (7", 10", 12")
Wärmeverteilung: Extrem homogen über die gesamte Oberfläche
Abkühlung: Aktiv gesteuert, kontrolliert und materialschonend
Prozessstabilität: Mehrpunktmessung und präzise Steuerung aller Heizphasen
Hohe Verfahrenssicherheit durch verschiedene Schutzmechanismen
Konstruktion: Glas-/Metallarchitektur, handgefertigt in Deutschland
Abmessungen (B x H x T): 400 x 55 x 500 mm
Gewicht: 8,7 kg
The guys who discovered record tempering
Audio Fidelity Improvement & das HiFi-Studio Wittmann, die Entdecker der Klangverbesserung von Vinylschallplatten mittels thermischer Entspannung, auch bekannt als Tempern.Der Plattenbügler
Die Idee und das technische Know-how für den Plattenbügler stammen von Dr. Ullrich Kathe – einem leidenschaftlichen Hifi-Fan, Analogliebhaber und langjährigen Kunden des HiFi-Studios Wittmann. Eines Tages brachte Ulli Kathe seine Vision eines Plattenbüglers ins Studio, motiviert durch das Wissen, dass wellige Schallplatten die essentiellen Einstellungen eines hochwertigen Tonabnehmers, wie die waagrechte Ausrichtung des Plattentellers, Auflagekraft, VTA, Azimut und Antiskating, direkt beeinflussen. Je nach Wellenposition taucht die Nadel unterschiedlich tief ein, was die zuvor sorgfältig eingestellten Parameter während der Abtastung verändert. Oliver Wittmann, der Inhaber des Studios, war sofort von der Idee begeistert. Er bot an, sich um Marketing und Verkauf zu kümmern sowie die klangliche Evaluierung der Bügelprozesse zu übernehmen. Das war der Beginn des gemeinsamen Projekts: 'Der Plattenbügler', Made in Germany.
Die Entwicklung
In den zwei Jahren der Entwicklungszeit wurde mit Leidenschaft experimentiert, getüftelt und gebügelt. Unzählige Testschallplatten durchliefen Prozesse mit unterschiedlichsten Temperaturen sowie variierenden Aufwärm-, Halte- und Abkühlzeiten. Oliver Wittmann überprüfte regelmäßig die Bügelergebnisse klanglich auf seiner Referenzanlage. Es war von zentraler Bedeutung, nicht nur eine perfekt ebene Schallplatte zu erzielen, sondern auch zu gewährleisten, dass die Klangqualität unvermindert blieb. In diesem Forschungsprozess ereignete sich der entscheidende „Aha“-Moment: 'Warte mal, das klingt ja besser als vorher!' So entstand die innovative Idee, Vinylschallplatten zu tempern. Ein weiteres Jahr der Entwicklungsarbeit widmete sich der Ermittlung der optimalen Temperaturverläufe und Haltezeiten. Das Ziel: das bestmögliche Tempern von Vinyl-Schallplatten und somit eine maximale klangliche Verbesserung zu erreichen.
Der Start 2016
Im Jahr 2016 war es endlich soweit: Der weltweit erste Plattenbügler, der AFI flat mit einem speziellen Temper-/Relaxprogramm zur Klangverbesserung von Vinylschallplatten kam auf den Markt.
Was ist Tempern?
Tempern, eine Form der Wärmebehandlung, wird bereits seit Langem in der Industrie angewendet. Schon in der Antike waren die Grundprinzipien des Temperns, insbesondere bei der Verarbeitung von Metallen, bekannt. Die systematische Anwendung dieser Techniken in der modernen Industrie begann jedoch erst mit der industriellen Revolution im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Beispielsweise war das Tempern von Stahl ein entscheidender Schritt in der Herstellung hochwertiger Werkzeuge und Bauteile. Die industrielle Anwendung des Temperns bei Materialien wie Glas und Kunststoffen startete im 20. Jahrhundert, begünstigt durch verbesserte chemische und physikalische Erkenntnisse und neue Herstellungsmethoden.
Warum sollte man eine Schallplatte tempern?
Schallplatten werden bei etwa 150 Grad Celsius gepresst, wobei der Pressvorgang circa 30 Sekunden dauert. Nach einer kurzen Abkühlphase, in der die Matrizen mit Wasser gekühlt werden, wird die Schallplatte entnommen und zur weiteren Abkühlung auf einer Spindel gestapelt, beschwert mit Metallplatten. Durch die ungleichmäßige und schnelle Abkühlung – außen viel schneller als innen – sowie die Zähigkeit des Materials haben die langen Molekülketten von PVC und Polyvinylacetat wenig Chancen, sich entspannt auszurichten. Diese Fertigungsweise führt zu Materialverspannungen, die im Material „eingefroren“ werden und hörbar sind.
Was passiert beim Tempern?
Beim Tempern wird die Vinyl-Schallplatte langsam und gleichmäßig bis zur Plateautemperatur erwärmt, auf dieser Temperatur eine Zeit lang gehalten und dann sehr langsam und kontrolliert abgekühlt – ein Prozess, der bis zu vier Stunden dauern kann. Dabei ist das langsame und gleichmäßige Abkühlen wichtiger als das Aufheizen. So können sich die Moleküle stressfrei und natürlich ausrichten. Dieser Prozess verringert die Verspannungen deutlich und macht dadurch das Material härter, robuster und homogener.